Kriegerelfe - Gedicht

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Ioelet
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Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Ioelet » Mo 29. Sep 2008, 22:17

Kriegerelfe

Blumenzart die sanfte Schönheit
tänzelnd, stets zum Kampf bereit
rosenrote zarte Lippen
singen deine Tapferkeit.

Braune Locken wehen Sanft
der Hauch des Todes hebt sie an
schließlich bläst das goldne Horn
ein Lied von Leid und Untergang.

Edle Kraft durchfließt den Körper
wie ein Pfeil schnellst du hervor
weiße Seide fliegt im Winde
du erreichst den ersten Tor

Seh dich durch die Feinde gleiten
seh sie in die Knie sinken
deine wunderbare Reinheit
droht im Blutrausch zu ertrinken

Schließlich stehst du direkt vor mir
hebst dein Schwert zu dem Duell.
Siehst mir kurz nur in die Augen
du bist gnadenlos und schnell.

Gleitest mir aus meinem Blickfeld
Blut verfärbt mein Wams nun rot
sanft entgleite ich dem Leben
dank dir für den schnellen Tod.

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Gaius
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Re: Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Gaius » Di 30. Sep 2008, 20:03

Das ist ja von vorne bis hinten mit einer Handlung!!!
Stark!

Wie lange braucht man denn für so ein Werk?
Gruß

Gaius Donneraxt

Lyndwin
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Re: Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Lyndwin » Di 30. Sep 2008, 21:19

Das ist verdammt gut geworden Ioelet. :)

Ioelet
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Re: Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Ioelet » Di 30. Sep 2008, 22:14

Das ist schon recht lang her, dass ich das geschrieben hab. Hatte das damals im Ramen eines Fantasy-Browsergames geschrieben und gehörte zu meinen beiden besten Fantasygedichten, weshalb ichs schon in nem Gedichte-Forum gepostet hatte. Dachte des passt hier auch rein.

So lang hat des ned gedauert, aber hatte zu der Zeit viel Übung.

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Norgrimm
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Re: Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Norgrimm » Di 30. Sep 2008, 22:21

Muss wirklich sagen, ich bin beeindruckt. Sehr sehr gutes (sry für dieses 0815-Wort, bin fantasielos im gegensatz zu dir :D ) Gedicht, soweit ich das beurteilen kann (also nicht weit :oops: ).
Die Handlung und der Aufbau gefallen mir sehr gut, auch fast die gesamte Beschreibung. Das am Anfang mit den rosenroten Lippe hat mich schon gestört, ist meiner Meinung nach unnötig überkitschig, aber das liegt wahrscheinlich vorallem an meinem Geschmack^^
Das nächste:
Ioelet hat geschrieben: Edle Kraft durchfließt den Körper
wie ein Pfeil schnellst du hervor
weiße Seide fliegt im Winde
du erreichst den ersten Tor
Hier stockte ich gewaltig, musste sogar kurz wiederholt lesen. Der Tor ist schon etwas überraschend und vorallem unverständlich. Im vorherein wurde nichts von Gegnern erwähnt und dann kommt da plötzlich einer und Tor ist hald nicht so sofort einleuchtend.

Was mir extrem gut gefällt: Du erwähnst beim Duell mit keinem Wort einen Treffer, er bemerkt erst im nachhinein das Blut. Das drückt für mich einfach die Schnelligkeit der Elfe perfekt aus. Kanns nicht besser sagen, aber das ist einfach das beste am Gedicht.

Etwas anderes kleines noch: Der Mensch der getötet wird scheint eher darauf zu warten von ihr umgebracht zu werden, hat sich damit abgefunden und denkt nicht mal an Gegenwehr. Kann man positiv anschauen (sie hat ihn "verzaubert") oder negativ (das macht doch in einer Schlacht keinen Sinn). Weiss nicht so recht was ich denken soll, da es ein Gedicht ist passt die 1. Variante schon, die 2. drängt sich mir als "Realist" und Nicht-Poesie-Liebhaber hald auf. :D

Gruss
Norgrimm

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Julifay
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Re: Kriegerelfe - Gedicht

Beitrag von Julifay » Fr 15. Mai 2009, 19:30

:!: :!: Wow :!: :!:

Wirklich, wow.

Ich bin ja sonst nicht so ein Fan von Poesie, aber dieses Gedicht ist WIRKLICH gut (auch ich muss mich für dieses 08/15 Wort entschuldigen ;)). Ich kann Norgrimm da nur in (fast) allen Punkten zustimmen.
Ein kleiner Meinungsunterschied nur: das mit den "rosenroten Lippen": finde ich durchaus sehr gelungen, weil es sozusagen diesen drastischen Gegensatz herausstellt: Kriegerin und wunderschöne Elfe. Der Betrachter sollte eigentlich Angst vor ihr haben, aber er wird von ihrem Anblick verzaubert und kann nicht glauben, wie schön sie doch ist. Man sollte auf ihr Schwert achten, aber der Blick wird von den braunen Locken und eben den rosenroten Lippen angezogen.

LG Julifay
Denn wieder überkam ihn Kampfesfreude; und er war noch unverwundet, er war jung, und er war König, Herr über ein kriegerisches Volk.
(JRR Tolkien, Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, über Éomer)


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